Die Europäische Stadtinitiative
Mit der Europäischen Stadtinitiative (EUI) bündelt die Europäische Kommission seit 2023 verschiedene Unterstützungsangebote für Städte – etwa das Förderprogramm „Innovative Actions“, welches innovative Pilotprojekte umsetzt, die Thematischen Partnerschaften der Urbanen Agenda für die EU und die Bündelung städtischen Wissens durch die Portico-Plattform. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Unterstützungsmöglichkeiten zum Aufbau von Strukturen und Kompetenzen (Capacity Building).
EUI: Die diesjährigen Fördermöglichkeiten:
- Peer-Review-Call (bis zum 22. April 2026, Bewerbung als Peer-Reviewer dauerhaft möglich):
Der seit März geöffnete Call richtet sich insbesondere an Städte die nachhaltige Stadtentwicklung mit EFRE-Mitteln umsetzen (sog. Artikel-11-Städte). Diese können sich als Cities-under-Review bewerben und sich von bis zu sechs anderen Städten zu ihrer Strategie der nachhaltigen Stadtentwicklung (SUD-Strategy) beraten lassen. Alternativ ist eine Bewerbung als Peer Reviewer möglich – die Bewerbung ist dauerhaft geöffnet für Vertreter:innnen aller Städte. Ziel ist der strategische Austausch und die gemeinsame Reflexion urbaner Herausforderungen und Strategien der nachhaltigen Stadtentwicklung. Die EUI übernimmt für die Teilnehmenden Reise- und Pauschalkosten. Peer Reviewer erhalten zusätzlich eine Personalkostenpauschale in Höhe von 350 Euro/Tag. Der Aufruf für Cities-under-Review öffnet wieder im Herbst 2026.
- City-to-City Exchange (ganzjährig geöffnet):
Dieses niedrigschwellige Austauschformat richtet sich an Städte jeder Größe. Zwei bis drei europäische Städte tauschen sich zu einem zuvor vereinbarten Thema aus und besuchen sich gegenseitig. Eine Stadt fungiert als Applicant City (bis zu sechs Teilnehmende), die andere als Peer City (bis zu vier Teilnehmende). Auch hier werden Reise- und Aufenthaltskosten übernommen, Peer Cities erhalten zusätzlich eine Personalkostenpauschale in Höhe von 350 Euro/ Tag. Marie‑Julie Jacquemot von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellte in der Veranstaltung die Erfahrungen aus dem City‑to‑City‑Exchange Berlin–Lyon zum Thema „Nutzung und Management von EU‑Fördermitteln“ vor. Sie hob insbesondere die einfache Antragsstellung hervor und zeigte sich beeindruckt von den Lyoner Kolleg:innen, die sogar ein Brettspiel zur spielerischen Einführung in die Fördermittelakquise entwickelt haben. Der organisatorische Aufwand entsprach in etwa dem von klassischen Delegationsreisen, bot jedoch den Mehrwert, mehr Kolleg:innen aktiv in die Vor‑Ort‑Besuche einzubinden. Insgesamt wurde der Austausch als gegenseitige Bereicherung wahrgenommen und eröffnete konkrete Anbahnungsmöglichkeiten für weitere gemeinsame Projekte. Weitere Impressionen des Formats können sie den Präsentationsfolien entnehmen.
- 4. Innovative Actions Call (25. Februar bis 15. Juni 2026):
Vom 25. Februar bis zum 15. Juni 2026 ist der vierte Innovative‑Actions‑Call der European Urban Initiative (EUI) geöffnet. Der Call richtet sich insbesondere an mittelgroße Städte bzw. städtische Konsortien ab 25.000 Einwohner:innen und unterstützt diese dabei, innovative Lösungsansätze auf lokaler Ebene zu entwickeln und in realen Umgebungen zu erproben. Die Projektvorschläge sollen sich an den thematischen Schwerpunkten der EU-Agenda für Städte orientieren: Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung und Innovation; soziale Inklusion und Gleichstellung; Sicherheit, Schutz und Vorsorge; Bezahlbarer, nachhaltiger, inklusiver Wohnraum und Gebäude; Klimaschutz und saubere Energie sowie Mobilität. Erfolgreiche Projektvorschläge können eine 80-prozentige Kofinanzierung von bis 2 Millionen Euro erhalten. Mehr Infos zur Bewerbung finden Sie hier.
Das URBACT-Programm
URBACT ist ein Programm der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ), finanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Mitgliedstaaten. Es fördert integrierte, nachhaltige Stadtentwicklung durch Netzwerke aus bis zu zehn Städten für zwei bis drei Jahre. Ergebnis ist jeweils ein integriertes Handlungskonzept zur spezifischen Herausforderung.
URBACT: Aktuelle Fördermöglichkeiten: Der neue Aktionsnetzwerk-Call
Vom 17. März bis zum 17. Juni 2026 können sich 6-8 Kommunen (inklusive eines Leadpartners) für die Teilnahme an den transnationalen Aktionsnetzwerken von URBACT bewerben, um gemeinsam mit europäischen Partnerstädten und lokalen Akteur:innen an ihren individuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung zu arbeiten. Ziel der Netzwerkarbeit ist es, bestehende lokale Strategien mithilfe von Pilotmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln. 50 % des Gesamtbudgets von insgesamt 1 Million Euro (inklusive Kofinanzierung) pro Netzwerk fließen direkt in solche Pilotmaßnahmen, deren Ergebnisse in Form eines Maßnahmenportfolios dokumentiert werden. Jedes Netzwerk läuft über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Eine Infographik zum Call ist hier aufrufbar, und hier finden Sie mehr Infos der letzten Informationsveranstaltung zum URBACT-Call für Aktionsnetzwerke.
Bei der Infoveranstaltung wurde das URBACT-Aktionsplanungsnetzwerk „Cities for Sustainability Governance“ der Stadt Mannheim vorgestellt. Das Netzwerk hatte zum Ziel die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) durch neue Governance-Prozesse auf die städtische Ebene zu bringen. In Mannheim sollte so unter anderem das Mannheimer „Steuerungsmodell“ verbessert werden. Ein Schwerpunkt lag auf der Institutionalisierung des City-to-city-Lernens in der Stadt Mannheim. So soll bei Bedarf ein schnelles Lernen von anderen Städten ermöglicht werden. Ein weiterer Fokus bestand in der Stärkung der Multi-Level-Governance, etwa durch die Verknüpfung des URBACT-Netzwerks mit bestehenden internationalen Initiativen wie der SDG-Taskforce von Eurocities oder der World Urban Campaign von UN-Habitat. Ergänzend dazu sollten neue Formen der Bürgerbeteiligung entwickelt und erprobt werden, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Entscheidungsprozesse zu stärken.
Während der gemeinsamen Infoveranstaltung wurden folgende Fragen gestellt:
Wie viele Anträge dürfen pro Stadt gestellt werden?
- EUI: Im vierten Innovative-Actions Call dürfen sich städtische Behörden (als Haupt- oder assoziierte Behörde) im Rahmen der Ausschreibung nur an einem Projektantrag beteiligen. Für das Peer-Review Format dürfen sich nur sog. Artikel-11-Städte als City-under-Review bewerben, also Städte die bereits EFRE-Mittel in der nachhaltigen Stadtentwicklung umsetzen. Es sollte ein Antrag pro „City-under-Review“ eingereicht werden, ressortübergreifende Beteiligung werden jedoch ausdrücklich begrüßt. Beim City-to-City Exchange sind grundsätzlich beliebig viele Anträge einer Stadt möglich und die Bewerbungsphase ist dauerhaft geöffnet.
- URBACT: Eine Stadt kann sowohl als Leadpartner als auch als Projektpartner in einem URBACT-Netzwerk mitwirken und somit zwei Anträge maximal einreichen.
Wie hoch ist der Eigenanteil bei URBACT-Aktionsnetzwerken?
- Der Eigenanteil beläuft sich auf 35 % Ko-Finanzierung für Städte in entwickelten Regionen und 30% für Städte in Übergangsregionen. Hier können Sie nachschauen welche Regionen in Deutschland in welche Kategorien fallen: Inforegio - Is my region covered?
Bis wann wäre eine Bewerbung der Start für das Peer-Review-Programm spätestens möglich (mit Hinblick auf das Ende der jetzigen Förderperiode bis 2027)?
- Die Bewerbung für das Peer Review Programm läuft bis zum 22. April 2026. Auch im Herbst 2026 wird es wieder eine Möglichkeit für sog. Artikel-11-Städte geben sich als „City-under-Review“ zu bewerben und seine nachhaltige Stadtentwicklungsstrategie von europäischen Expert:innen begutachten zu lassen. Die Bewerbung für städtische Mitarbeitende auf die Rolle als Peer-Reviewer:in ist dauerhaft möglich. Ob im Jahr 2027 Peer Reviews wieder öffnen können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.
Angebote der EUI-URBACT-Kontaktstelle
Als gemeinsame Kontaktstelle informieren wir in deutscher Sprache auf unserer EUI-Website und der URBACT-Website sowie in unserem Newsletter und bei LinkedIn zu Neuigkeiten beider Programme. Zudem organisieren wir nationale und europäische Vernetzungs- und Infoveranstaltungen. Wir fungieren als Schnittstelle zur europäischen Stadtentwicklungspolitik, zu den Sekretariaten beider Programme und zum Bundesbauministerium und haben einen engen Kontakt zu den Kontaktstellen der anderen EU-Mitgliedstaaten sowie Multiplikatoren. Melden Sie sich gerne bei uns!
Hier finden Sie die gesamten Präsentationsfolien.