Haben Sie schon gehört, dass ein neuer URBACT Call für Aktionsnetzwerke gestartet hat? Städte aus ganz Europa können sich für den neuen Netzwerktyp der Aktionsnetzwerke (ANs) bewerben und gemeinsam für bestehende Strategien konkrete lokale Ergebnisse erzielen.
Hier finden Sie einen kompakten Überblick über die neue Möglichkeit sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen vor der Einreichung, zusammengestellt vom URBACT-Sekretariat.
Von Strategien zu konkreten Maßnahmen
Für Städte, die bereits über Strategien oder konkrete Projekte verfügen, bieten die URBACT Aktionsnetzwerke die Möglichkeit, diese zwischen 1. November 2026 und 30. April 2029 konkret umzusetzen.
Als Teil eines Netzwerks arbeiten Städte gemeinsam daran, konkrete Maßnahmen weiterzuentwickeln, umzusetzen und zu überprüfen, um ihre lokalen Herausforderungen zu lösen – unterstützt durch Austausch und Lernen mit Partnerstädten in ganz Europa. Mit einem eigenen Budget können sie konkrete Maßnahmen direkt vor Ort umsetzen, Lösungen testen und Schritt für Schritt verbessern. So werden aus Strategien konkrete Ergebnisse.
Was erwartet Partnerstädte in den einzelnen Phasen eines URBACT-Aktionsnetzwerks?

Der Ablauf eines URBACT-Aktionsnetzwerks
Der Prozess ist in drei Phasen gegliedert und beginnt mit der wichtigen Startphase: Partnerschaften werden geschärft, Ziele abgestimmt und eine klare Netzwerk-Roadmap entwickelt. In dieser Phase treffen sich die Städte erstmals beim „Ready for Action“-Meeting und legen die Grundlage für die Zusammenarbeit.
Darauf folgt die zentrale Umsetzungsphase: geprägt von transnationalem Austausch, Peer Learning und praktisches Austesten vor Ort. Städte organisieren lokale Workshops („Action Labs“), um Maßnahmen zu erproben und umzusetzen. Parallel dazu arbeiten sie mit lokalen Akteur:innen in sogenannten URBACT Local Groups (lokale Unterstützungsgruppen) zusammen, die an der Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen mitwirken.
Diese Aktivitäten führen zu konkreten Ergebnissen, die für jede Partnerstadt in einem Action Portfolio und auf Netzwerkebene in einem „Actions Playbook“ festgehalten werden. Dieses bündelt zentrale Erkenntnisse, erprobte Ansätze und praktische Erfahrungen aus der Zusammenarbeit.
Abschließend folgt eine Phase der Ergebnispräsentation: Netzwerke stellen ihre Erfolge vor, teilen Erfahrungen und sorgen dafür, dass die erzielten Wirkungen nachhaltig verankert werden.
Vielleicht fragen Sie sich inzwischen, was das konkret für Ihre Stadt bedeutet: Wer kann teilnehmen? Welche Maßnahmen sind geeignet? Und was bringt die Teilnahme an einem Aktionsnetzwerk mit sich? Hier die Antworten der Reihe nach.
Wer kann teilnehmen?
Jedes Netzwerk besteht aus sechs Partnern aus EU-Mitgliedstaaten und Partnerländern (Norwegen, Schweiz, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Ukraine oder Moldau), wobei mindestens die Hälfte aus EU-Mitgliedstaaten stammen muss.
Den Kern der Partnerschaft bilden Städte ergänzt durch mögliche weitere Partner. Eine Mindestgröße der Städte gibt es nicht – auch kleinere Städte sind ausdrücklich angesprochen.
Hier die Definition von Stadt im URBACT-Kontext
Großstädte, Städte und Gemeinden
(halb-)öffentliche Lokale Agenturen, die von einer Stadt gegründet wurden
Interkommunale Verwaltungsebenen, wie zum Beispiel Stadtbezirke
Behörden von Metropolregionen und Ballungsräumen
Wie umfangreich muss ein Projektantrag sein?
Aktionsnetzwerke richten sich an Städte, die bereits über eine Strategie, ein politisches Rahmenkonzept oder einen Aktionsplan verfügen. Gute Anträge zeichnen sich durch einen klaren Ausgangspunkt aus, auch wenn noch nicht alle Details feststehen. Entscheidend ist die Auswahl realistischer Maßnahmen, deren Umsetzung im Netzwerk sowie das gemeinsame Lernen mit lokalen Akteur:innen und Partnerstädten.
Welche Maßnahmen sind möglich?
Beispiele für mögliche Maßnahmen sind:
- Pilotprojekte für Dienstleistungen oder operative Instrumente zur Lösung konkreter städtischer Herausforderungen, etwa digitale Plattformen für Bürger:innenmeldungen
- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und relevanten Akteur:innen, zum Beispiel durch bereichsübergreifende Arbeitsgruppen
- Temporäre städtische Interventionen, um Veränderungen im Verhalten oder räumliche Lösungen zu testen (z. B. temporäre Verkehrsberuhigung)
- Maßnahmen zur Stärkung von Beteiligung und Mitwirkung, wie neue Formate für partizipative Budgetierung
- Entwicklung neuer Kompetenzen, Instrumente oder Verwaltungspraktiken, z. B. innovative Beschaffungsansätze mit sozialen oder ökologischen Zielen
- Anpassung und Erprobung von Lösungen aus dem Netzwerk, etwa Initiativen im Bereich gemeinschaftlicher Energieversorgung
Wie sieht die Finanzierung aus?
Jedes Netzwerk verfügt über ein Budget von bis zu 1.000.000 Euro für Netzwerkaktivitäten – das höchste Budget in der Geschichte von URBACT. Mindestens 50 % davon sind für die Umsetzung lokaler Maßnahmen vorgesehen. Zusätzlich erhält jedes genehmigte Netzwerk ein eigenes Budget für Expertise in Höhe von 127.500 Euro und wird während der gesamten Laufzeit von einem sogenannten Lead Expert begleitet.
Welche Unterstützung erhalten die Städte?
Neben finanziellen Mitteln profitieren Städte von umfassender Unterstützung während des gesamten Prozesses – durch das URBACT-Sekretariat, die Nationalen URBACT-Punkte sowie durch Qualifizierungsangebote, Expert:innenbegleitung und Austausch innerhalb der URBACT-Community.
Ein wichtiger Meilenstein ist die URBACT Summer University 2027, bei der alle Netzwerke zusammenkommen, um insbesondere die Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus unterstützt URBACT die Sichtbarkeit der Netzwerke auf europäischer Ebene. Jedes Netzwerk erhält eine eigene Webseite zur Präsentation von Good Practices, Fallstudien und Ergebnissen. Außerdem werden Netzwerke bei wichtigen europäischen Veranstaltungen zur integrierten Stadtentwicklung präsentiert.
Bewerben Sie sich jetzt!
URBACT-Aktionsnetzwerke ermöglichen es Städten, ihre Strategien mithilfe der bewährten URBACT-Methode in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Der partizipative und integrierte Ansatz stellt sicher, dass Ergebnisse nachhaltig wirken und gleichzeitig ein starkes europäisches Netzwerk entsteht.
Reichen Sie Ihren Projektantrag bis spätestens 17. Juni 2026 (15:00 Uhr MESZ) ein und finden Sie passende Partner über das Partner Search Tool. Tipps zur Partnersuche und zur Erstellung eines überzeugenden Antrags finden Sie im Bewerbungsleitfaden (Application Guide).
Sehen Sie sich die Aufzeichnung der Online-Infoveranstaltung zum Call an, um weitere Informationen zu erhalten und bleiben Sie auf dem Laufenden über kommende Online Info-Sessions in englischer Sprache, darunter:
- 12. Mai 2026, 10:00–11:00 Uhr: Austausch und Lernen im Netzwerk
- 27. Mai 2026, 10:00–11:00 Uhr: Zeit zur Einreichung - Technische Fragen zur Antragstellung (für Lead Partner)
- 29. Mai 2026, 10:00–11:30 Uhr: Gute Anträge schreiben – Storytelling nutzen
- 9. Juni 2026, 10:00–11:00 Uhr: Troubleshooting: Letzte technische Fragen vor der Einreichung
Zur deutschsprachigen Infographik im pdf-Format
Zur Dokumentation der nationalen Online Infoveranstaltung am 23. März 2026
Der Artikel basiert auf einer Übersetzung eines Artikels von Nora Kebel und wurde noch mit Information durch den NUP Österreich angereichert.