Was sind URBACT-Transfernetzwerke?
URBACT-Transfernetzwerke unterstützen europäische Städte dabei, bewährte urbane Lösungen, sogenannte „URBACT-Good-Practices“, zu übernehmen und an ihre jeweiligen lokalen Gegebenheiten anzupassen. Sie bringen Kommunen zusammen, die eine bereits bewährte Praxis einer „Lead-Partnerstadt“ kennenlernen, testen und weiterentwickeln möchten. Durch Austauschformate wie Peer Learning, Workshops und gemeinsame Arbeitsprozesse entwickeln die beteiligten Städte konkrete lokale Handlungsansätze. So können funktionierende Lösungen, etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Mobilität, Governance oder soziale Teilhabe, effizient übertragen und umgesetzt werden.
Welche deutschen Städte sind beteiligt?
Leipzig im Netzwerk „Human Power Hub“
Nach dem Vorbild des Good-Practice-Projekts „Human Power Hub“ der Stadt Braga in Portugal, wird die Stadt Leipzig im Transfernetzwerk ein Kooperationsmodell für soziale Innovation weiterentwickeln. Der partizipative Ansatz des Human Power Hubs zielt darauf ab, Bürger:innen, öffentliche Einrichtungen, Wissenschaft und Wirtschaft stärker miteinander zu vernetzen. Auf diese Weise sollen soziale und städtische Initiativen gezielt unterstützt sowie Innovationspotenziale besser genutzt werden.
Im Mai treffen sich Vertreter:innen der Partnerstädte Danzig (Polen), Málaga (Spanien), Espoo (Finnland), Bologna (Italien), Kyjiw (Ukraine) und Leipzig in Braga, um die nächsten Schritte im Netzwerk zu konkretisieren. Die Teilnahme am URBACT-Transfernetzwerk entstand bei der Stadt Leipzig auch aus dem Wunsch heraus, die Zusammenarbeit mit Leipzigs Partnerstadt Kyjiw auf der Ebene der Stadtentwicklung fortzuführen. Zwischen beiden Städten besteht seit 1961 eine Städtepartnerschaft und im Rahmen des Netzwerks „Dialogues for Urban Change“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wurden bereits gemeinsame Projekte auf Quartiersebene umgesetzt. Das URBACT-Transfernetzwerk bietet nun die Möglichkeit, diese europäische Städtepartnerschaft weiter zu vertiefen und das Netzwerk um weitere europäische Partner zu erweitern, die an ähnlichen Themen arbeiten.
Düsseldorf im Netzwerk „Urban Echo“
Die Stadt Düsseldorf widmet sich im Transfernetzwerk „Urban Echo“ der integrierten Stadterneuerung durch datengestützte und partizipative Planung. Aufbauend auf dem Good-Practice-Ansatz der Lead-Partnerstadt Gent (Belgien) soll im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt ein energetisches Sanierungskonzept für das Quartier entwickelt und umgesetzt werden. Ziel ist es, unter Einbeziehung sozialer sowie technischer Aspekte gemeinsam mit lokalen Akteur:innen eine integrierte Vision für die nachhaltige Stadterneuerung in Friedrichstadt zu erarbeiten.
Beim Netzwerk-Kick-off in Gent kamen Vertreter:innen der Partnerstädte Las Gabias (Spanien), Perugia (Italien), Cluj-Napoca (Rumänien), Pezinok (Slowakei) und Düsseldorf zusammen, um sich kennenzulernen und erste fachliche Erfahrungen auszutauschen.
Beide Transfernetzwerke sind im November 2025 gestartet und befinden sich derzeit in der Anfangsphase, in der gemeinsame Ziele definiert und Arbeitspläne erarbeitet werden. Die URBACT-IV-Transfernetzwerke laufen bis zum 30. April 2028.
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